Einer für alle - kurz vorgestellt

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Neurologische Frühreha: Pflege als Therapie
Wir treffen Thomas Wilcke in der Neurologischen Frührehabilitation im Albertinen-Krankenhaus. Diese Spezialstation im Erdgeschoss der Klinik, in der Patienten lernen, ihre – etwa durch einen schweren Schlaganfall – verlorengegangenen Fähigkeiten wieder neu zu erlernen, wurde erst im Januar 2015 eröffnet und befindet sich noch im Aufbau. Sie liegt in unmittelbarer Nähe zur Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) und das hat seinen Grund, denn die Versorgung der Patienten „aus einer Hand“ ist hier Konzept. Thomas Wilcke, der zuvor in der geriatrischen Klinik im Albertinen-Haus gearbeitet hat, ist von Anfang an dabei. „Mich hat die besondere Herausforderung gereizt, Patienten zu unterstützen, die in einem hohen Maße eingeschränkt sind“, begründet der 28jährige Absolvent des Dualen Studiengangs Pflege in der Albertinen-Schule den Wechsel in die Neurologische Frührehabilitation. „Pflege ist hier ein wirklich existenzieller Bestandteil des Therapieerfolgs und es ist großartig zu sehen, wenn ein Patient auch dank unserer aktivierend-therapeutischen Pflege Fortschritte auf dem mühsamen Weg zurück ins Leben macht.“ Als Praxisanleiter gibt er nicht allein Wissen zum bewegungstherapeutisches Behandlungskonzept nach Bobath weiter, sondern ebenso sein pflegerisches Credo: „Wir wollen den Patienten fördern und müssen ihn dazu auch fordern.“ Es sei extrem wichtig den Patienten zu motivieren, den Kampf zurück ins Leben aufzunehmen. Ein erster Schritt für den Patienten sei dabei schon, die gelähmte Seite des Körpers wieder wahrzunehmen und einzubeziehen. Er lobt den Zusammenhalt im Team – und dies berufsübergreifend: „Ärzte, Therapeuten und Pflegende besprechen gemeinsam die Therapieziele. Probleme werden angesprochen, wir sind füreinander da.“ Für die Personal-Kampagne „Ich kann Neuro“ musste Thomas Wilcke deshalb auch nicht lange überredet werden: „Wir sind ein tolles Team, das noch ein paar gute Leute gebrauchen kann.“ Zur Krankenpflege hat Thomas Wilcke auch durch seine Mutter gefunden, die ebenfalls in der Pflege arbeitet. Menschen zu unterstützen sieht er als das zentrale Thema der Pflege an, aber er weiß auch, dass dabei die eigenen Grenzen zu beachten sind: „Es hilft niemandem, wenn ich nicht auch mich selbst im Blick behalte. Ein ‚Burn out‘ lässt sich am besten vermeiden, indem man seine eigenen Grenzen kennt und diese auch nicht überschreitet!“ Ihm gefällt der hohe Anspruch, den Albertinen als kirchlicher Träger an sich stellt – auch wenn das mitunter sehr herausfordernd sei. Doch spüre man, dass auf dem Weg zu einer optimalen und zugewandten Patientenversorgung alle an einem Strang zögen. „Und das ist ein sehr gutes Gefühl.“